29.01.2010 / Berlin, Supamolly
09.02.2010 von Philipp
Die Vladis im Blizzard
Was für ein Scheißwetter! Wir haben uns gerade das fieseste Wochenende dieses Winters ausgesucht, um zuerst nach Berlin und am Samstag nach St. Ingbert (Saarland) zu fahren! Für die Strecke von Kiel/Rendsburg nach Hamburg braucht man ja sonst drei Stunden – wir sind heute ma locker NEUN Stunden unterwegs…
Da Sturm, Blitzeis und allmöglicher Schweinkram für die Mittelgebirge angesagt werden, rufen wir lieber gleich bei den Veranstaltern in St. Ingbert an und sagen ab – sehr schade, wird aber nachgeholt!
Da Bocky keine Zeit hat (Chaos Control nehmen neuen Stoff auf!), ist ein Platz frei im Streckermobil und den hat sich gleich Schwuss vom Punkrockradio gesichert. Der wundert sich schwer über so manche vladiistische Angewohnheit: Nils hat ‘nen I-Pod auf der Rübe und grölt lautstark Dinge mit, über die ich hier höflicherweise den Mantel des Schweigens decke…
Um halb elf kommen wir dann doch mal an beim Supamolly. Herrlicher Laden mit interessanter Architektur und supernetten Menschen. Vorne ist ‘ne gemütliche Kneipe, dann geht es durch mehrere Flure in ‘nen Zockraum idealer Größe, der auf einer Art Balkon eine zweite Bar beherbergt. Schon beim schmackhaften Essen können wir Marlenchen, Trinkteufel-Tina und den ollen Höllenhund und Philatelisten MC Hackmann in die Arme schließen, später kommen noch diverse weitere Bekannte. Auf den Berliner Mob ist Verlass!
Die Frauen und Männer von PROTECTION OF HATE kann ich aufgrund der ganzen Begrüßungszeremonien und Insohrflüstereien gar nicht ausreichend würdigen, aber ein paar Songs genieße ich bei brachialer Lautstärke und feistem Klang schon noch: Heftiges Geballer zwischen Tradition und Moderne!
Und dann kommt der erste VRHN-Auftritt in Berlin – hoffentlich folgen noch viele weitere, denn dat macht schon Laune hier. Gibt ja Läden, die ebenfalls getrennte Räumlichkeiten in Bezug auf Konzertraum und Bar haben, wo dann ein Großteil der BesucherInnen gar nicht die Bands beschnuppert. Aber das ist hier gar nicht so – und die Berliner Schnauze liegt mir ja eh, weswegen sich ein reger Austausch zwischen Bühne und Mob entspinnt. Mehrere Leute haben heute etwas zu sagen und schnappen sich mein Mikro – so ruft eine Besucherin zur Anti-Mobbing-Aktionswoche auf, worauf MC Hackmann das ganze gleich als Appell zum Gruppenkuscheln versteht und irgendetwas von „purer Geilheit“ ins Mikro stöhnt. So kennen wa euch! Auf dem Heizkörper stehend und schmetternd kann ich einen ansehnlichen Pogo betrachten („Party Of The Damned“) in dessen Strudel ich Huckepack mitgerissen werde. Als Zugabe zocken wir das Ende von „Overkill“, wobei erst Eric auf die Bühne geht und dieses Doublebass-Inferno startet, wir dann nacheinander passend zu unseren Einsätzen hinterherkrabbeln, was bestimmt völlig wie geübt aussieht (isses aber nich)…
Also, bis neun Uhr morgens haben wir ja schon lange nicht mehr gefeiert, jedenfalls nicht zusammen. Aber im Supamolly isses so nett und es sind so viele Leute da, die wir viel zu selten sehen, dass die Stunden wie im Fluge verstreichen. Schön!


