25.07.09 / Kiel, Alte Meierei
27.07.2009 von Philipp
Blutpogo, Liebesbisse und Fleischwunden...
6.30 Uhr: Nach zwei Stunden Schlaf werde ich unsanft wachgerüttelt. Über mir Nils‘ hässliche Visage, der Mund bewegt sich. Hilfe, ich bin taub! Ach ja, hab mir Ohrenstöpsel bis zum Anschlag hineingerammt…
Vorm AZ tobt natürlich immer noch die Party, unter Beifall der Umstehenden entledigt sich ein Punk seines Mageninhalts. Ein anderer will nach Hause, geht ein paar Schritte, zuckt hilflos die Achseln, weil er den Weg nicht mehr weiß – „Kann mich nicht entscheiden, ob ich rechts oder links gehen muss. Ach, sauf ich lieber gleich weiter“.
Wir hätten gedacht, dass wir morgens besser durchkommen, aber Arschlecken: Wieder stundenlange Staus. Peinlicherweise schaffen wir es so nicht, THE BAD DAYS den Bus rechtzeitig zurückzubringen. Danke und Sorry, Jungs!
Abends sind dann alle wieder versammelt, RASTA KNAST können spielen, Martin ist wieder halbwegs fit. Der Laden füllt sich rasant, RASTA KNAST beginnen heute, was gleich für glühende Tanzschuhe sorgt. Endlich seh ich die Jungs mal live! Grandios, ich bekomme bei „Die Katze beißt in Draht“ und „Das Ende der Welt“ ‘ne dicke Gänsehaut.
Die Stimmung ist einfach ma astrein, herrlich entspannt und positiv. Auch heute sind natürlich viele enttäuscht, dass RAWSIDE nicht spielen können, aber es gibt keine blöden Sprüche. Respekt gebührt Hendrik und Lucas von SODIUM, die mit dem Fahrrad gekommen sind – aus Häven (bei Lübeck)!
BAMBIX kommen heute für mich noch besser rüber, es wird heftig getanzt und viele singen mit.
Schon ist es Zeit: Im Nachhinein eins unser besten Konzis, würd ich sagen. Zwar streikt Andys Bass am Anfang, aber ist doch auch langweilig, wenn immer alles perfekt klappt… Bocky hat den Klang perfekt hinbekommen, sodass man auch als Band auf der Bühne einen saftigen Aschtritt bekommt. Vor der Bühne geht es heftig zur Sache. Leider verletzen sich gleich drei Leute beim Hinfallen, weil sie in Scherben fallen. Als das Taxi mit Schloider-Axel, der heftig an der Hand blutet, bereits wartet, zerkloppt ein Besucher die Windschutzscheibe. Begründung: Das Scheinwerferlicht habe ihn so geblendet… Das bekommen wir aber erst alles nach dem Auftritt mit, zu heftig tobt der Blutpogo. Zu „Party Of The Damned“ haben die Jungs eine Überraschung ohne mein Wissen vorbereitet. Plötzlich werden die Instrumente komplett vier jungen Typen übergeben: Es sind die Hosenscheißer von OUT OF LIMITS (…), wie geil! Ich war kürzlich zwei Wochen weg, da haben die doch glatt zusammen geprobt und mir nix erzählt. Gelungene Aktion! Danach gibt es noch „Onward To Mayhem“, zu dem wir Bonehouse-Schlagwerker Kalle Stietzel auffe Bühne zerren. Der singt zwar irgendetwas, nur nich den Text, aber auch egal. Boah, das hat Spaß gemacht.
AGROTOXICO – eigentlich nicht in Worte zu fassen. Wellen der Brutalität wogen über die geneigten HörerInnen herein. Der musikalischen Brutalität wohlgemerkt, denn bei aller Knüppelei versprühen AGROTOXICO positive Vibes. Kalle beißt Schlagzeuger Pedro während des Spielens vor Begeisterung in den Rücken, was der mit lässigem Grinsen zur Kenntnis nimmt.
Danach schön noch Mucke aus der Konserve, ausgesucht von Doc Love und Backy Amboss. Wir sind uns einig: Jetzt ein paar Wochen mit diesen Bands weitertouren, da hätte keiner wat dagegen…


