DIARY

21.05.10 / Bad Segeberg, HaK

22.05.2010 von Philipp

"Wieso wäschst du dir die Hände? Lass uns lieber Bier trinken!"

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Die Jungs von SODIUM haben uns eingeladen, um in diesem feinen AZ zu spielen. Der Name „Hotel am Kalkberg“ ist irreführend, das Ding ist ein wirklich urgemütliches autonomes Zentrum mit mehreren Räumen und ‘ner Feuerstelle samt Außentresen hinterm Gebäude. Vor einigen Jahren hab ich da eines der besten Konzis meines Lebens gesehen: NEGURA BUNGET.

Leider scheint es auch kurz vorm Konz keine Flyer zu geben, weswegen ich Kevin von den ebenfalls eingeladenen ANY PART IN THE STORM einlade. Der antwortet: „Mach ich gerne. Hast du spezielle Wünsche fürs Motiv?“ Ich wünsche mir daraufhin „irgendetwas mit Tieren“ – das Ergebnis sehr ihr hier. :-) Sind die Dinosaurier (alte Tiere) aber etwa als eine tiefenpsychologische Spitze zu sehen? Hmm…

Nachdem wir uns am Catering (kleener Euphemismus: Es gibt nur Brötchen mit Käse… Bleibt aber auch der einzige Kritikpunkt heute), Getränken und diversen Anekdoten gütlich getan haben, geht es auch schon mit SODIUM los. WOW! Die neuen Songs hauen brutal düster in die Eingeweide, unterschwellige Melodien wühlen harsch im Stammhirn. Dazu gehen die Jungs auch bewegunstechnisch mittlerweile mehr aus sich raus. Ein Besucher hüpft ständig auf die Bühne, um permanent ins Mikro zu kreischen und zu headbangen.

Der Veranstalter Beowülf ist ein uriger Typ, der ständig einem Hobby frönt: Er lässt unfasslich laute Pig Screams, Growls und Grunts ab. Schade, dass El Tofu heute nicht dabei sein kann, DAS hätte mal einen Grunzkontest gegeben…

ANY PORT IN THE STORM sind klasse! Leider ist ihre neue 7“ noch nicht aus dem Presswerk. Der intensive Hardcore kommt in so einem Laden perfekt rüber. Kevin singt gern zwischen den Leuten, auch immer mal ohne Mikro einfach in den Raum, was ich immer sehr geil finde.  Auch insgesamt ein vollständig überzeugendes Hardcorekonz, wobei  Nico noch besonders zu erwähnen ist, der auf Krücken herumhumpelt und davon unbeeindruckt sein Schlagzeug bearbeitet („den Fuß brauch ich eh nicht“)… Der Typ, der bei Sodium noch auf die Bühne gesprungen war, geht zunächst wieder gut ab, wird dann aber von Song zu Song langsamer, um schließlich aufm Boden einzupennen... Als ihn seine peer group wecken will, springt er allerdings wie vom Blitz getroffen auf und moscht weiter...

Wir sind irgendwie gut drauf, stelle ich fest. Macht ja immer Spaß, das ist klar, aber heute spürt man das gewisse Extraquentchen Energie von Anfang bis zum Ende. Es gibt auch keinen Moment, wo ich das Gefühl habe, dass die „Spannungskurve“ des Konzis sinkt. Im Mob sind auch wieder unsere geliebten Hamburger Punker, wobei sich vor allem Pape als verflucht textsicher zeigt. Daher darf er sich mittendrin einen Song wünschen – er wählt „Electric Sheep“, den wir länger nicht im Set hatten. Natürlich gibt es heute außerdem eine "Schreiminute" zum Andenken an Ronnie James Dio.

Schöner Abend – Danke, dass wir spielen durften. Gerne wieder!

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