DIARY

18.09.09 / Hannover, Stumpf

20.09.2009 von Philipp

Bored of being pissed

pic

Nach einer Klassenfahrt auf Schloss Dankern (mit ‘ner achten Klasse) heißt es für mich nicht etwa nach Hause und Ausruhen, sondern direkt nach Hamburch, rein ins Strecker-Mobil und weiter Richtung Hannover auf ‘nen Vladi-Gig.

Und gleich fühle ich mich immerhin WIE zu Hause, das allgemeine Niveau ist jedenfalls eher niedriger als jenes der pubertierenden Achtklässler: Andi dreht nach einer Woche Überstunden am Rad, hat Sabbelwasser im Kopp, piekst jeden, schüttet Strecker mit Alkohol voll, reißt mir Haare aus… und wird schließlich von Bocky zur Räson gebracht, indem dieser ihm resolut beißt. Ja, richtig gelesen: beißt! Die Pieksfinger werden – zack – wie von ‘nem Leguan verschluckt und Bocky hinterlässt im zarten Fleisch der Uranus-Griffel recht ansehnliche Bissspuren.

Das Stumpf ist ja allein deswegen ungewöhnlich, weil es mitten aufm Campus der Hannoveraner Uni liegt. Ich mein – welcher Asta erlaubt schon ein autonomes Zentrum auf dem Gelände? Im Innenhof machen Punks später einfach Feuer, überall wird offensiv gezecht usw.

Das Essen muss echt mal extra erwähnt werden – es entschädigt sogar für den „Ihr redet ja alle wie Werner“ (argh!) -Willkommensspruch.

Wir bereiten uns darauf vor, eher für uns und die andren Bands zu spielen, denn noch um 22.00 Uhr ist original KEIN Besucher auszumachen.

ABER Überraschung: Es wird sogar gut gefüllt, gegen 23.00 Uhr kommen die Punker aus ihren Löchern und wir begrüßen Bekannte aus Salzgitter, Verden usw. Cheers an Zottel und Ballo.

G.P.A., sprich GOVERNMENT POWER ABUSE, rüpeln herrlich asozial los. So lass ich mir das gefallen. Andi versucht es derweil nochmal bei Bocky, der ihn diesmal mit einer Kampftechnik stoppt, die er in zahlreichen Gaardener WGs erlernt hat: Dazu reichen zwei Finger und Entschlossenheit: Je ein Finger in je ein Nasenloch und alles ruckartig nach hinten reißen…

Hups, nu bereits wir: Die Punker werden zur Begrüßung als Studenten beschimpft, die offenbar deshalb so spät gekommen seien, weil sie noch… studiert hätten in ihren Jura-, BWL- und VWL-Schmökern. Das schafft schon ma die Basis für eine nette Atmosphäre, he he. Andi bekommt ordentlich das Mikro auf die Rübe, da er sich jetzt nicht wehren kann (psst: Ich glaub eh, dass er da drauf steht). Vielleicht kann man den Reigen bald ma auf YouTube gucken, Zottel filmt jedenfalls eifrig mit und wir beenden den Auftritt verschwitzt und dreckig (Bodenroller, ne). Ich würd ma sagen, fast auf Kopernikus-Level (der Kopernikus-Gig ist in der internen Vladi-Wertung ganz weit oben).

CHUCK DAMAGE teilen sich mit SHORT FUSE einen Gitarristen, nämlich Matze. Daher gibt es heute sowohl die CHUCK DAMAGE- als auch die neue SHORT FUSE-LP abzuernten. Beide Hammer, unbedingt kaufen. Und wenn schon SHORT FUSE laut Confi-Bolle eine der fünf besten dt. Hardcorebands ist, so müssen CHUCK DAMAGE nicht zurückstehen. Old school as fuck, schnell wie die Hölle und angepisst wie olle MINOR THREAT. Der Sänger blutet bald aus der Nase. Das passt zu Texten wie „Fucked Up And Passed Out“ oder „No Win Situation“ – herrlich rabiat und schonungslos.

Leider müssen wir danach noch nach Hause fahren – schade, hätten gerne da gepennt. Näxtes Mal!
Besten Dank an die Orga, u.a. Horst Stinkfisch & Frolic von FRANZ WITTICH (7" "Ich liebe Punk" = GEIL)! 

Zurück