18.04.09 / Verden, JUZ "Dampfmühle"
20.04.2009 von Philipp
Botox Zombies you are next
Nach Verden fahren wir immer gerne, denn da gibt es NUR höfliche Fucker! Na, zumindest in der „Dampfmühle“… Der Laden ist zwar seit letztem Jahr nicht mehr selbstverwaltet, aber Ballo und die JUZ-Crew ham es trickreich geschafft, sich dort weiterhin einzuzecken und am laufenden Band hammergute Veranstaltungen zu organisieren.
Leider kann Bocky kurzfristig nicht mit – Naziaktion in Kiel. Umso schöner, als man danach hört, dass sämtliche Schritte der Faschos verhindert werden konnten!
Außer den Bremern PROFIT & MURDER sollen heute gleich noch zwei finnische Bands spielen. Laut Klischee säuft ja jede/r Finnin/Finne. Solche Klischess werden oft widerlegt. Doch als der Bus eintrudelt, eine Horde krakelender Finnen heraustrudelt, wird klar, dass es sich NICHT um zwei xSEx-Bands handelt. Vollgas ist angesagt, bereits beim Gig von PROFIT & MURDER liegen ein paar der Jungs völlig hinüber auf dem Boden rum… Eher ungewöhnlich auch der High Heels-Mädelstrupp, der dabei ist. Strecker beim Anblick der durchs JUZ stöckelnden Grazien: „Punkrock is dit nich“.
Aber PROFIT & MURDER sind dafür Punkrock. Viehisches D-Beat-Gewitter mit fiesem Gesang. Da sind einige Hits bei, z.B. „Botox Zombies“ über die entsprechende Klientel (ausgerechnet inner Lobusch hat sich mal eine Besucherin mit ordentlich Botox inne Fresse darüber beschwert, sie sei doch kein Zombie etc, erzählense uns später). Sehr geil!
Wir haben schon mal einen astreinen Klang auf der Bühne, und auch sonst macht der Auftritt ordentlich Spaß. Heute wettern wir u.a. gegen den „Ranger Shop“, der in seinem Katalog menschenverachtende Shirts wie „Da Nang Beach Surf Classic 1967“, „Guantanamo Bay Cuba – Camp X-Ray“ oder die tollen Eisernen Kreuz-Shirts (plus „Hart und zäh“ in schwarz-rot-gold & altdeutsch) feilbieten. Fuck ‘em. Am besten gefällt den Menschen heute „Roadkill BBQ“, glaub ich. Wenn sogar IN IRATUS-Gitarrist Ka mit Knutschen aufhört und bierspritzend pogt, dann hat man was richtig gemacht:-)
Der Finne, der eben noch sabbernd in der Ecke lag, entpuppt sich als Sänger von KUOLEMA. Der Auftritt ist das pure Chaos, die entfesselte Finnenpunkhölle… Der Sänger schreit unverständliche Laute und pöbelt zwischen den Songs: „I want beer, beer, beer… and a cigarette… I’m an alcoholican since thirty years“. Ab und zu singt er auch sitzend oder liegend… Irgendwann verlässt die Band die Bühne. Der Sänger bleibt noch liegen und pöbelt weiter…
FORCA MACABRA haben denselben Drummer (der einzige bei denen, der nüchtern ist) und Bassisten. Sie haben sich brasilianischem Metal verschrieben und knüppeln mal a la RATOS DE PORAO, mal spielen sie richtigen Hardrock und Heavy Metal. Völliger Kult ist der Sänger im DEEP PURPLE-Shirt, der den Mob mit eindringlicher Gestik und Mimik dirigiert. Platte ist auch super, hör ich gerade.
Das folgende… Beisammensein (Euphemismus des Tages) fällt danach nur deshalb halbwegs zivilisiert aus, weil wir auf unterschiedliche Pennorte verteilt werden. Wir ratzen bei Soki, den ich schon seit dem allerersten Bonehouse-Konzi in der Dampfmühle kenne (Jam-Session bis 10 Uhr morgens – yeah). Gibt noch ordentlich Krach aus der Konserve (DEATH BREATH, PRIMUS, MESHUGGAH…) in den Hals.
Danke Juz Verden, Ballo, Soki, Profit & Murder, KUOLEMA, FORCA MACABRA, BesucherInnen, Horst…


