DIARY

17.06.2011 / Lübeck, Treibsand

24.06.2011 von Philipp

Always Wanted GWAR

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Wer hier häufiger liest, weiß, dass ich (wir) eigentlich IMMER Spaß an einem Auftritt habe/n. Der (Bühnen)Sound kann kacke oder nicht vorhanden sein, es sind gar keine Leute da, die BesucherInnen hassen uns oder/und alle sind unfreundlich zu uns – scheißegal, Hauptsache zocken. Aber was ist, wenn ALLES gut ist, die Verhältnisse optimal? Ich muss zugeben: Scheiße, dann macht es NOCH mehr Spaß!

So ist es heute beim Auftritt im Vorprogramm von GWAR. Bereits im Vorfeld zeigt sich die Band entspannt, ein Backline-Sharing sei kein Problem. Zwar ist der Backstagebereich komplett für GWAR vorbehalten, aber angesichts der engen Platzverhältnisse und der Tatsache, dass während der GWAR-Show ständig neue Monstren, Mumien, Mutationen auf die Bühne geschleust werden müssen, ist das nachvollziehbar. Die Crew ist außerdem flexibel und kreativ: Wir bauen unser Schlagzeug einfach NO MEANS NO mäßig quer auf die rechte Seite, das Essen wird uns draußen in einer Art Zelt serviert.

Bereits früh wird das Treibsand-Gelände von einem großen Mob belagert, der z.T. professionell in Ganzkörperplastikanzüge gehüllt ist. Viele Bekannte tauchen auf, bereits vor unserem Auftritt ist die Hütte knüppelvoll.

Als wir loslegen, ist wie gesagt wirklich alles perfekt. Die klanglichen Verhältnisse auf der Bühne könnten nicht besser sein, die Reaktionen der Leute quetschen noch ein paar Unzen mehr Motivation aus unseren dürren Körpern heraus, als wir ohnehin verspüren. Liegt es daran, dass wir gut zu GWAR passen? Oder an Lübeck und daran, dass es hier immer gut für uns läuft? Eigentlich egal, man kann Konzerte und deren Atmosphäre nicht auf Gesetzmäßigkeiten hin analysieren. Wir fangen extra eine Viertelstunde früher an, da natürlich eine Deadline besteht. Warum warten, wenn der Laden eh voll ist? Wir können somit ungekürzt eine Mischung aus „Silence…“-Stücken, neuen Biestern und dem „Buschmesser“-Song „Irukandji“ zocken. Bei „Party Of The Damned“ bekommen wir Unterstützung auf der Bühne – Punker Lauri klettert hoch, greift sich ein Mikro und mimt den Straßenköter. Auch ansonsten amtliches Mitegröhle, ansehnliche Pits und beim Mittelteil von „Roadkill BBQ“ gar Mitgeklatsche im Rhythmus (hatten wir auch noch nie, hehe).

Danach heißt es: Obacht halten! Schließlich besteht die Gefahr, dass sich Eric & Zarc in einem unbeachteten Moment dem GWAR-Sklaventross anschließen. Doch zum Glück sind während der Sudelshow alle Türen zum Backstagebereich gesperrt, sodass die beiden hilflos an den Türen kratzen. Jo, GWAR machen in diesem Rahmen gleich doppelt Spaß. Mir gefällt es ja, dass die Show im Vergleich zu früher etwas abgespeckter ist – ich würde mir die Band auch ganz ohne Show ansehen. Obwohl es natürlich witzig anzuschauen  ist, wie die Queen, Lady Gaga, Osama Bin Laden oder andere Kreaturen von GWAR buchstäblich auseinandergenommen werden. Schöne Playlist ansonsten, die ich aber nicht komplett wiedergeben kann, da ich nicht alles sehe. Zum Ende natürlich „Sick Of You“.

Gigantische Sache! Dank ans Treibsand, Jens Lindemann, der uns eingeladen hat, Axel Nötzold für guten Sound, GWAR & ihren Tourtech Eddie, den geilen Koch und alle BesucherInnen!

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