16.07.09 / Hamburg, Rote Flora
20.07.2009 von Philipp
So Which Prefix Core Do You?
Etwas hektisch sind die Begleitumstände im Vorfeld schon: Da ich am Vortag erst von einer Studienfahrt nach Prag zurückgekommen war und überhaupt alle viel zu tun hatten, hatten wir ca. vier Wochen nicht zusammen proben können. Aber wie heißt et so schön: Wer probt, hat Angst…
Im Hamburger Schanzenviertel herrscht Straßenfeststimmung. Auch wenn sich bekanntlich mittlerweile viele Yuppieläden in dem Viertel breitgemacht haben, ist die Stimmung entspannt, die Flora in all dem Trubel eine Oase.
Die Konzertgruppe Deadlockshows besteht aus netten Menschen, und auch die Mitglieder von FROM PLAN TO PROGRESS (UK) und SHELLYCOAT (HH) sind keine mundfaulen, vielmehr offene Typen. Ich verpenn bei allen Begrüßungsarien nur zu essen, aber lieber hungrig und wach als satt und müde (habbich jedenfalls so bei Woody Guthrie gelesen).
SHELLYCOAT hauen schön melodischen Punkrock raus, ich kann mich nur nicht richtig drauf konzentrieren, weil doch einige Leute eintrudeln, die ich lange nicht gesehen habe.
Tja, manchmal muss man gar nicht proben – läuft doch alles. Mit freundlichem Druck muss zwar ab und zu ein Flora-Stammgast und Alm-Öhi-Lookalike von Zarcs Mikro weggeschoben werden, aber das ist die leichteste Übung, wenn man schon das Kopernikus oder die Palenke gemeistert hat… Wir philosophieren über Fische, Menschlichkeit und Güte. Hä? Ja, warum denn nicht. Muss doch nicht immer Blut, Tod, Wahnsinn sein, oder was? Christian Bendel knipst ein paar nette Fotos (schon geupt), einige BesucherInnen bekommen die Hühneraugen poliert, alles voll chillomillo also (Entschuldigung für diese Neologismen, ich war wie gesagt zwei Wochen unter 18-Jährigen).
FROM PLAN TO PROGRESS legen hyperaktiv los und sind uneingeschränkt zu empfehlen. Ich muss danach die CD „Evolution In The Wrong Direction“ verhaften, allein Songtitel wie „So Which Prefix Core Do You?“, „There’s A Fine Line Between Epic And Pretentious“ oder „Whitney Houston We Have A Problem“ können alles, die Mucke vielleicht gar noch mehr.
Dass es danach nur zwei Stunden Schlaf für die meisten von uns werden, ist somit egal.


