14.05.20011 / Berlin, KvU
17.05.2011 von Philipp
Bonzenbrenner R.I.P.
So ist es auch zu verstehen, dass Mister Uranus beim kurze Zeit später stattfindenden Soundcheck verschollen ist und nach intensiver Suche schlafend in den Katakomben der Kirche von unten aufgefunden wird. Der Soundmann hat einen anstrengenden Soundcheck, da einige Bandmitglieder heute auch unter leicht beeinträchtigtem Hörvermögen leiden und die Aufforderung, „mal die Regler auf zehn herunterzudrehen“ als unanständige Provokation ansehen. Aber wie man guter Kumpel Ballo immer sagt – „der Sound muss schimmeln und bimmeln!“. Dieses Klassenziel wird definitiv erreicht. Statt Bocky ist heute Nina dabei, die der Meinung ist, zwar nicht so kempetent an den Knöppen drehen zu können, aber mindestens so schön das Trinken zu beherrschen. Bocky versichert, dies sei genau umgekehrt.
KvU: Klein und geil. Ranzig und stinkig. So wie ich es mag! Leckt mich doch mit Nobelhobelläden – this is where the action is! KvU-Andy ist auch mal echt ein geiler Macker, der genau wie wir mit Punk, Metal und Harcore (a)sozialisiert wurde, im Norden aufgewachsen und der Liebe wegen inne Hauptstadt gezogen ist. PURIS ANI sind ursympathische Punker aus Berlin, mit denen schnell gut Reis plus Scheiß essen ist und so werden flugs Adressen und Kontakte ausgetauscht. Die MÜSSEN in Kiel auf einer Rotten-Sprotten-Veranstaltung spielen! Im Essraum stinkt es nach Erbrochenem. Es scheint sich jedoch um Gorgonzola zu handeln. Verdächtig nur, dass die Soßensuppe gar nicht nach Gorgonzola schmeckt. Lecker dennoch! Schön viel Tofu drinne.
Es trudeln diverse Bekannte ein - Ex-KielerInnen und länger nicht gesehene BerlinerInnen. Neue Bekanntschaften ergeben sich ebenfalls flugs – so sollet sein.
PURIS ANI böllern amtlich los. Geilster Anarcho-Punk, der selbst Schüttelrüben wie EXTINCT-Henrik ausrasten lässt. Refrains wie „Autonome Subkultur“ oder „Antifa!“ werden da gern mitgebölkt. Der Song „Burschenschaften“ wird zwar aus Zeitgründen nicht mehr gezockt, bekommt aber dennoch ‘ne ausführliche Ansage. Richtig so. Und JA, in Kiel haben wir ebenfalls genügend von diesen Kreaturen.
Unser Auftritt macht mir dann richtig Spaß. Soll keiner behaupten, VRHN wären eine reine Metalband, hehe. Wer Andi zusieht, wie er im Verlauf der einen Stunde sämtliche Monitorboxen von der Bühne kickt, gegen alle Mikroständer und nicht rechtzeitig aus dem Weg hechtenden Menschen rempelt, würde auf diesen Gedanken auch nicht kommen. Berliner Antifaschisten haben gerade eine rechte Demo gestoppt, was natürlich heute gebührend gefeiert wird (Im Nachhinein muss man allerdings sagen, dass die Faschos offenbar Migrantinnen und Migranten angegriffen und schwer verletzt haben, somit hier nicht einseitig von Erfolg gesprochen werden kann). Im Gegensatz zum grande scheiß de la massenvision, der heute wohl auch läuft. Die große Überraschung erlebe ich aber nach dem Konz: Plötzlich steht Toffi aus Neumünster vor mir! Verdammt, hätten wir gewusst, dass ein rasender Dremu-Reporter vor Ort ist, hätten wir uns selbstredend VIEL anständiger benommen…
Boah, die Nacht verläuft vielleicht noch chaotischer als der Tag. Unsere Horde zerstreut sich in alle Winde, in einer ca. vierzigköpfigen Reisegruppe geht es gen Rigaer Straße - auf dem Weg verlieren wir immer wieder Leute, die falsch aus der Tram aussteigen oder einfach sinnlos „Abkürzungen“ gehen wollen, später trifft man einige wieder, andere erst am nächsten Morgen. Egal, großer Spaß, KvU vielen Dank!


