21.11.09 / Kiel, Pumpe - Kielowatt-Festival
23.11.2009 von Philipp
Deine Mudder hat 'ne Mudder
Ja, hossa – da konnten wir doch mal glatt wochenlang nicht zusammen proben.
Der Andi muss abends zur Zeit noch die Schulbank drücken, Nils ist für zwei Wochen außer Landes gewesen und der Rest hat dann eher am neuen Material geschraubt.
Umso heißer sind wir heute. Daher versabbeln wir auch die meiste Zeit untereinander und mit den zahlreichen FreundInnen. Obwohl: Viele der regelmäßigen Vladi-UnterstützerInnen weilen heute woanders, in Flense, inner Bude bei C.O.R. und so. Aber wir lernen ja auch gern neue Menschen kennen.
Daher verpassen wir die meisten Bands, IN ROCK WE TRUST klingen geil nach AC/DC, NIKKI PUPPET rocken amtlich, aber das sind nur kurze Eindrücke im Vorübersegeln.
„Wir fühlen uns gerade irgendwie wie BLACK SABBATH! Nicht, weil wir uns für so geil halten, aber weil wir uns momentan nur auffe Bühne sehen“, so geht das dann auch los für uns. Ordentlich Krawall vor und auf der Bühne. Leider reiße ich Zarcs Tretminen mit meinem Kabel heraus und schleudere sie meterweit durch die Gegend. Noch schlimmer wiegt jedoch ein grammatikalischer Fehler, auf den mich Marlenchen später hinweist: Ich habe „der nächste Song handelt über…“ gesagt. Das ist natürlich grob falsch und kann nur durch Stockhiebe wettgemacht werden. „Der Song handelt von…“, berichtige ich mich hiermit voller Scham. Hass gilt dem Poserblatt „Business Punk“ (das gibt es wirklich!), dessen Poster wir zerreißen, denn so ‘ne präemanzipatorische Scheiße wollen wir nich. Dead Yuppies!
Yeah, BÄD INFLUENCE gefallen mir dann doch außerordentlich. Die Julia bangt, nein, die ganze Band moscht ordentlich und überzeugt wie gewohnt. Geiler zeitloser und irgendwie eigenständiger Metal.
Näxtes Wochenende: Mit TACKLEBERRY in Oschersleben und in Rendsburg. Juhu.
17.10.09 / Neumünster, AJZ
21.10.2009 von Philipp
Inverted Growling Contest!
Ungewöhnlich, aber auch das passiert: Der Gastgeber ist krank und kann nicht zur eigenen Party kommen, die Sause läuft dennoch enthemmt.
Gastgeber sind in diesem Fall die Kieler Metallköppe ERBEN DES ZORNS, die uns netterweise zu diesem Konzi unter dem Banner „Metal & Hardcore gegen Faschismus“ geladen haben. Leider haben sie Besetzungsprobleme und müssen kurzfristig absagen. Die Familie Harkonnen wünscht baldige Komplettierung!
Die AJZ-Crew holt daraufhin mit BLACK UNICORN eine Band aus Neumünster an den Start. Ehrenswert ist hier sicher, dass die Band klar gegen Rechts Stellung bezieht – ist ja im Viking Metal nicht selbstverständlich. WICKINGER GEGEN FASCHOS, ALLER…
So wird es mit vier Bands doch eng im Backstageraum, gleichzeitig bei veganem Essen aber auch gemütlich und warm.
Selten habe ich es in einem AZ erlebt, dass ein Konz um 20.00 (!) beginnt, hier isses so: Die junge Neumünsteraner Band NORTHERN HATE beginnt fucking früh. Aber es sind echt schon Leute da und die Stimmung ist gut. Auf mich wirken die Songs etwas monoton und unnötig lang, aber Engagement und Spaß inne Backen ist vorhanden.
Die Wickinger vom schwatten Einhorn haben einen charismatischen Sänger, der die Ansagen ohne Mikro in den Raum spricht. Vorne geht ordentlich Headbanging, das Publikum erscheint heute wesentlich motivierter, als ich es von anderen Besuchen im AJZ in Erinnerung habe. Bocky findet es scheiße, dass die über die Varusschlacht singen, aber solange da nix glorifiziert wird, kann man meines Erachtens ruhig über den ollen Arminius schmettern. Ansonsten gehen mir Thor und Odin ebenso wie andere Religionen am Mors vorbei.
CRY MY NAME als nächste, Kollegen aus Rendsburg, die auch z.T. die Ballernacht organisieren, auf der nächste Woche die Mexikaner HERE COMES THE KRAKEN spielen werden. Mit zwei SängerInnen zeigt man, was ‘ne Metalcore-Harke ist. Ist nicht ganz so mein Ding stilistisch, aber wen interessiert hier meine Meinung – Hauptsache, DIE haben Spaß.
Yeah, entgegen unserer Erwartungen ist ein erwartungsvoller Mob vorhanden, den auch Zarc durch exzessives Crabbing nicht verscheuchen kann. Ich versuche, meine Mitharkonnens durch wohldosierte Schläge auf die Hinterköppe noch zusätzlich zu motivieren. Es zeigt sich, dass da nur der Andy wirklich drauf steht… Da heute so viele Bands zocken, verzichten wir schweren Herzens auf „Water Means Bleeding“ und „Electric Sheep“, aber dafür gibbet zum Abschluss das Ende von MOTÖRHEADs „Overkill“. Und der erste große INVERTED GROWL-CONTEST Neumünsters ist ganz sicher reif für dat verfickte Guiness Buch! Schwein kriegt Stromschlag! Ein Abend, der viel besser verlaufen ist, als wir gedacht hatten (warum auch immer, sind halt gegen alle Erfahrung Pessimisten)!
18.09.09 / Hannover, Stumpf
20.09.2009 von Philipp
Bored of being pissed
Nach einer Klassenfahrt auf Schloss Dankern (mit ‘ner achten Klasse) heißt es für mich nicht etwa nach Hause und Ausruhen, sondern direkt nach Hamburch, rein ins Strecker-Mobil und weiter Richtung Hannover auf ‘nen Vladi-Gig.
Und gleich fühle ich mich immerhin WIE zu Hause, das allgemeine Niveau ist jedenfalls eher niedriger als jenes der pubertierenden Achtklässler: Andi dreht nach einer Woche Überstunden am Rad, hat Sabbelwasser im Kopp, piekst jeden, schüttet Strecker mit Alkohol voll, reißt mir Haare aus… und wird schließlich von Bocky zur Räson gebracht, indem dieser ihm resolut beißt. Ja, richtig gelesen: beißt! Die Pieksfinger werden – zack – wie von ‘nem Leguan verschluckt und Bocky hinterlässt im zarten Fleisch der Uranus-Griffel recht ansehnliche Bissspuren.
Das Stumpf ist ja allein deswegen ungewöhnlich, weil es mitten aufm Campus der Hannoveraner Uni liegt. Ich mein – welcher Asta erlaubt schon ein autonomes Zentrum auf dem Gelände? Im Innenhof machen Punks später einfach Feuer, überall wird offensiv gezecht usw.
Das Essen muss echt mal extra erwähnt werden – es entschädigt sogar für den „Ihr redet ja alle wie Werner“ (argh!) -Willkommensspruch.
Wir bereiten uns darauf vor, eher für uns und die andren Bands zu spielen, denn noch um 22.00 Uhr ist original KEIN Besucher auszumachen.
ABER Überraschung: Es wird sogar gut gefüllt, gegen 23.00 Uhr kommen die Punker aus ihren Löchern und wir begrüßen Bekannte aus Salzgitter, Verden usw. Cheers an Zottel und Ballo.
G.P.A., sprich GOVERNMENT POWER ABUSE, rüpeln herrlich asozial los. So lass ich mir das gefallen. Andi versucht es derweil nochmal bei Bocky, der ihn diesmal mit einer Kampftechnik stoppt, die er in zahlreichen Gaardener WGs erlernt hat: Dazu reichen zwei Finger und Entschlossenheit: Je ein Finger in je ein Nasenloch und alles ruckartig nach hinten reißen…
Hups, nu bereits wir: Die Punker werden zur Begrüßung als Studenten beschimpft, die offenbar deshalb so spät gekommen seien, weil sie noch… studiert hätten in ihren Jura-, BWL- und VWL-Schmökern. Das schafft schon ma die Basis für eine nette Atmosphäre, he he. Andi bekommt ordentlich das Mikro auf die Rübe, da er sich jetzt nicht wehren kann (psst: Ich glaub eh, dass er da drauf steht). Vielleicht kann man den Reigen bald ma auf YouTube gucken, Zottel filmt jedenfalls eifrig mit und wir beenden den Auftritt verschwitzt und dreckig (Bodenroller, ne). Ich würd ma sagen, fast auf Kopernikus-Level (der Kopernikus-Gig ist in der internen Vladi-Wertung ganz weit oben).
CHUCK DAMAGE teilen sich mit SHORT FUSE einen Gitarristen, nämlich Matze. Daher gibt es heute sowohl die CHUCK DAMAGE- als auch die neue SHORT FUSE-LP abzuernten. Beide Hammer, unbedingt kaufen. Und wenn schon SHORT FUSE laut Confi-Bolle eine der fünf besten dt. Hardcorebands ist, so müssen CHUCK DAMAGE nicht zurückstehen. Old school as fuck, schnell wie die Hölle und angepisst wie olle MINOR THREAT. Der Sänger blutet bald aus der Nase. Das passt zu Texten wie „Fucked Up And Passed Out“ oder „No Win Situation“ – herrlich rabiat und schonungslos.
Leider müssen wir danach noch nach Hause fahren – schade, hätten gerne da gepennt. Näxtes Mal!
Besten Dank an die Orga, u.a. Horst Stinkfisch & Frolic von FRANZ WITTICH (7" "Ich liebe Punk" = GEIL)!
12.09.09 / Flensburg, Volxbad
14.09.2009 von Philipp
Normal soll da nochmal richtig schön.
Nachdem EL FUPA auf der Releaseshow zu unserer „Silence, As Long As A Thought, While The Executioners Are Reloading“ in der T mitgezockt hatten, flatterte unlängst die Einladung zum Release-Gig für das Debut von EL FUPA rein! Wir sagten na klar zu und so sitzen wir heute im gemütlichen Volxbad.
Zu genießen ist nicht nur das überdurchschnittlich gute Essen, sondern auch die entspannte Atmosphäre zwischen zahlreichen Bekannten, die den Abend über eintrudeln.
WRECK//AGE haben einfach mal Vladi-Buttons gemacht, sehr geil, denn wir selbst waren dafür bisher zu faul. Schicke Biester, die demnächst hoffentlich in inflationärer Stückzahl feilgeboten werden.
Der Gig von WRECK//AGE verläuft hervorragend – der Klang ist astrein, drückt schön. Seit dem letzten Auftritt der Band, den ich gesehen habe (in der Meierei), ist da richtig viel passiert. Wütender Crust/Hardcore, wie er gut auf Skuld rauskommen könnte.
Die Bühne haben EL FUPA stilecht mit klebrigen Spinnweben dekoriert, zwischen denen man sich leicht verfangen kann. Das ist wohl nicht der Grund, weswegen sich Andy unsanft auf den Hintern packt… Yeah, die Vladis haben die Ehre, endlich mal das Volxbad zu rocken – und wir genießen jeden Moment. Zarc hat sein pissgelbes „Flash Gordon“-Shirt an, ein oller SF-Streifen aus den 80ern, zu dem QUEEN den Soundtrack gemacht hatten. Darauf angesprochen zockt der Fucker doch glatt gleich Brian-May-Riffs. Das Publikum ist gut gelaunt, aber tanzfaul. Nu, muss ja auch nicht, aber dafür gibt es den Schuh-Check und einige bekommen ordentlich was auf die Hühneraugen (siehe Fotos).
EL FUPA erfüllen dann die hohen Erwartungen und brettern nach ‘nem Bernd-Knauer-Intro voll los. Ohne Gnade Spidercore. „El Fuuuupa“ grölt Gerri manisch und lässt sich in die Netze der Deko fallen, um wie ein B-Movie-Horroropfer mit allen Tentakeln zu rudern. Is nich viel langweilig, im Gegenteil, is viel unterhaltsam. Eine Stoffspinne fliegt hin und her, der Mob ist in Wallung geraten. Ich glaub, ich tanze fast mehr als beim eigenen Gig, gibt sogar ‘nen Circle Pit.
Danach legt Wildschweineimer-Kolja auf und so kann der Abend nur als rundum gelungen gelten!
25.07.09 / Kiel, Alte Meierei
27.07.2009 von Philipp
Blutpogo, Liebesbisse und Fleischwunden...
6.30 Uhr: Nach zwei Stunden Schlaf werde ich unsanft wachgerüttelt. Über mir Nils‘ hässliche Visage, der Mund bewegt sich. Hilfe, ich bin taub! Ach ja, hab mir Ohrenstöpsel bis zum Anschlag hineingerammt…
Vorm AZ tobt natürlich immer noch die Party, unter Beifall der Umstehenden entledigt sich ein Punk seines Mageninhalts. Ein anderer will nach Hause, geht ein paar Schritte, zuckt hilflos die Achseln, weil er den Weg nicht mehr weiß – „Kann mich nicht entscheiden, ob ich rechts oder links gehen muss. Ach, sauf ich lieber gleich weiter“.
Wir hätten gedacht, dass wir morgens besser durchkommen, aber Arschlecken: Wieder stundenlange Staus. Peinlicherweise schaffen wir es so nicht, THE BAD DAYS den Bus rechtzeitig zurückzubringen. Danke und Sorry, Jungs!
Abends sind dann alle wieder versammelt, RASTA KNAST können spielen, Martin ist wieder halbwegs fit. Der Laden füllt sich rasant, RASTA KNAST beginnen heute, was gleich für glühende Tanzschuhe sorgt. Endlich seh ich die Jungs mal live! Grandios, ich bekomme bei „Die Katze beißt in Draht“ und „Das Ende der Welt“ ‘ne dicke Gänsehaut.
Die Stimmung ist einfach ma astrein, herrlich entspannt und positiv. Auch heute sind natürlich viele enttäuscht, dass RAWSIDE nicht spielen können, aber es gibt keine blöden Sprüche. Respekt gebührt Hendrik und Lucas von SODIUM, die mit dem Fahrrad gekommen sind – aus Häven (bei Lübeck)!
BAMBIX kommen heute für mich noch besser rüber, es wird heftig getanzt und viele singen mit.
Schon ist es Zeit: Im Nachhinein eins unser besten Konzis, würd ich sagen. Zwar streikt Andys Bass am Anfang, aber ist doch auch langweilig, wenn immer alles perfekt klappt… Bocky hat den Klang perfekt hinbekommen, sodass man auch als Band auf der Bühne einen saftigen Aschtritt bekommt. Vor der Bühne geht es heftig zur Sache. Leider verletzen sich gleich drei Leute beim Hinfallen, weil sie in Scherben fallen. Als das Taxi mit Schloider-Axel, der heftig an der Hand blutet, bereits wartet, zerkloppt ein Besucher die Windschutzscheibe. Begründung: Das Scheinwerferlicht habe ihn so geblendet… Das bekommen wir aber erst alles nach dem Auftritt mit, zu heftig tobt der Blutpogo. Zu „Party Of The Damned“ haben die Jungs eine Überraschung ohne mein Wissen vorbereitet. Plötzlich werden die Instrumente komplett vier jungen Typen übergeben: Es sind die Hosenscheißer von OUT OF LIMITS (…), wie geil! Ich war kürzlich zwei Wochen weg, da haben die doch glatt zusammen geprobt und mir nix erzählt. Gelungene Aktion! Danach gibt es noch „Onward To Mayhem“, zu dem wir Bonehouse-Schlagwerker Kalle Stietzel auffe Bühne zerren. Der singt zwar irgendetwas, nur nich den Text, aber auch egal. Boah, das hat Spaß gemacht.
AGROTOXICO – eigentlich nicht in Worte zu fassen. Wellen der Brutalität wogen über die geneigten HörerInnen herein. Der musikalischen Brutalität wohlgemerkt, denn bei aller Knüppelei versprühen AGROTOXICO positive Vibes. Kalle beißt Schlagzeuger Pedro während des Spielens vor Begeisterung in den Rücken, was der mit lässigem Grinsen zur Kenntnis nimmt.
Danach schön noch Mucke aus der Konserve, ausgesucht von Doc Love und Backy Amboss. Wir sind uns einig: Jetzt ein paar Wochen mit diesen Bands weitertouren, da hätte keiner wat dagegen…
24.07.09 / Mülheim, AZ
27.07.2009 von Philipp
BRICH DIE STILLE
Was für ein erbauliches Wochenende! Freitag in Mülheim und Sonnabend in Kiel = zweimal massiver Spaß in jeweils ausverkaufter Hütte.
Dabei lässt sich alles erstmal gar nicht so gut an: Kurz vor Abfahrt ruft mich RASTA KNAST-Drummer Ballo an, dass die Band heute nicht spielen kann, weil Martin mit Verdacht auf Blutvergiftung im Krankenhaus liegt. Unsere Fahrt zieht sich extrem laang hin – insgesamt über drei Stunden Stau. Nils fühlt sich fiebrig, er hat seit morgens Gliederschmerzen. Und als wir ankommen, erfahren wir, dass RAWSIDE gerade abgereist sind – Sänger Henne hat über 40 Grad Fieber…
Okay. Aber: 600 Punker umlagern das AZ Mülheim, offenbar lässt sich niemand die Stimmung versauen.
Wir können nur kurz viele alte Bekannte begrüßen, legen eine Blitzentschlackung ab, Aufbau, Line-Check und aaab!
Was zur Hölle? Dat AZ ist pickepacke voll, der Mob tobt. Ein extrem netter Empfang. Die Punks in der ersten Reihe sind ja nett, denk ich: Dauernd bieten die mir Biere an. Die sind allerdings aus unserem Bandbierkasten geklaut… Andererseits überlege ich, ob das hier alles Straight Edger sind: Denn die Leute sind mehr damit beschäftigt, Bier wegzuschütten (also damit herumzuspritzen), als es zu trinken! Was für ein Gesudel – teilweise seh ich gar nichts außer hin- und herschießenden Bierfontänen… Der Auftritt verläuft also optimal, auch Nils gibt trotz fiebriger Gefühle alles und springt gar begeistert einem Punker auffen Rücken.
Nu erst kann man sich in Ruhe begrüßen, cheers Samson, Roland & Kollegen, cheers Plastic Bomb-Punkahs Helge & Micha und natürlich die anderen Bands, nettes Wiedersehen mit den AGROTOXICO Jungs Jef, Pedro & Co!
Letztere knüppeln dann auch ein unfasslich aggressives Brett in die Hütte. Also echt, so eine Power, ich bin jetzt noch platt. Man kann einfach nur grinsen, wenn man Derwisch Pedro von der Seite aus zusieht, wie er völlig manisch sein Set verkloppt. Der altehrwürdige Laden wird vom Mob fast abgerissen…
BAMBIX gehen es ruhiger an, ein schöner melodischer Ausklang, der von vielen abgefeiert wird.
Danach wird weitergefeiert, die AGROTOXICO-Freakazoids freuen sich schon darauf, wieder in Kiel zu spielen. Wir haben unseren Bus netterweise von den Kielern THE BAD DAYS geliehen bekommen, obwohl die am nächsten Tag selbst einen Auftritt haben. Also gehen wir früh ins Bett, da wir um 7.00 Uhr losfahren wollen, um den Bus termingerecht zu übergeben.
16.07.09 / Hamburg, Rote Flora
20.07.2009 von Philipp
So Which Prefix Core Do You?
Etwas hektisch sind die Begleitumstände im Vorfeld schon: Da ich am Vortag erst von einer Studienfahrt nach Prag zurückgekommen war und überhaupt alle viel zu tun hatten, hatten wir ca. vier Wochen nicht zusammen proben können. Aber wie heißt et so schön: Wer probt, hat Angst…
Im Hamburger Schanzenviertel herrscht Straßenfeststimmung. Auch wenn sich bekanntlich mittlerweile viele Yuppieläden in dem Viertel breitgemacht haben, ist die Stimmung entspannt, die Flora in all dem Trubel eine Oase.
Die Konzertgruppe Deadlockshows besteht aus netten Menschen, und auch die Mitglieder von FROM PLAN TO PROGRESS (UK) und SHELLYCOAT (HH) sind keine mundfaulen, vielmehr offene Typen. Ich verpenn bei allen Begrüßungsarien nur zu essen, aber lieber hungrig und wach als satt und müde (habbich jedenfalls so bei Woody Guthrie gelesen).
SHELLYCOAT hauen schön melodischen Punkrock raus, ich kann mich nur nicht richtig drauf konzentrieren, weil doch einige Leute eintrudeln, die ich lange nicht gesehen habe.
Tja, manchmal muss man gar nicht proben – läuft doch alles. Mit freundlichem Druck muss zwar ab und zu ein Flora-Stammgast und Alm-Öhi-Lookalike von Zarcs Mikro weggeschoben werden, aber das ist die leichteste Übung, wenn man schon das Kopernikus oder die Palenke gemeistert hat… Wir philosophieren über Fische, Menschlichkeit und Güte. Hä? Ja, warum denn nicht. Muss doch nicht immer Blut, Tod, Wahnsinn sein, oder was? Christian Bendel knipst ein paar nette Fotos (schon geupt), einige BesucherInnen bekommen die Hühneraugen poliert, alles voll chillomillo also (Entschuldigung für diese Neologismen, ich war wie gesagt zwei Wochen unter 18-Jährigen).
FROM PLAN TO PROGRESS legen hyperaktiv los und sind uneingeschränkt zu empfehlen. Ich muss danach die CD „Evolution In The Wrong Direction“ verhaften, allein Songtitel wie „So Which Prefix Core Do You?“, „There’s A Fine Line Between Epic And Pretentious“ oder „Whitney Houston We Have A Problem“ können alles, die Mucke vielleicht gar noch mehr.
Dass es danach nur zwei Stunden Schlaf für die meisten von uns werden, ist somit egal.
05. & 06.06.’09 / Ellerdorf, WILWARIN FESTIVAL XII
08.06.2009 von Philipp
Horrorwahnsinn am Arsch der Heide
Warum ist das Wilwarin so geil? Warum sind nicht alle so geil? Liegt es am leicht… ich möchte fast sagen hippiesken Flair? Ein Hauch von Grill(tofu)wurst liegt in der Luft. Und von Punkrock. Und von Liebe! Egal, jedenfalls stimmt die Mischung: In kreativer, liebevoller und mühsamer Kleinarbeit stampft die Wilwarin-Crew jedes Jahr ein besonderes Ereignis aus dem Boden, welches man in der Form nirgendwo anders findet.
Umso schöner, dass die Familie Harkonnen dieses Jahr eingeladen ist! Strecker beladet das Streckermobil mit Marlene, Vladi-Equipment, kistenweise Alkoholika, bisken was zu essen und mir, Eric donnert hinterher, weil er seine Karre am Start haben muss.
All die netten Gesichter! Ich fang gar nicht erst an. Die Leute sind heute für mich das Festival. Musikalisch ist für mich nicht viel dabei. CALLEJON spielen Metalcore zum Fremdschämen, SONDASCHULE verjagen mich mit Ska. Für BOUTIQUE ROUGE, MOSQUITO JACK oder die DETECTORS sind wir leider zu spät. So reißen mich heute nur ALIAS CAYLON aus den Latschen, wobei ich bei den Gigs von GROSSSTADTGEFLÜSTER und GORILLA MONSOON schon auch meinen Spaß habe, obwohl mich beide rein musikalisch nicht berühren. Eher der kleine Rotzbengel, der auf der „Demagogenbühne“ traurige Geschichten (!) erzählt.
Strecker warnt alle vor bösartigen Ents, die ihm letztes Jahr einen astigen Finger ins Auge gebohrt haben. Dazu gibt’s Lütjen Minze.
Aber kalt wird es, als die Sonne sich verpisst! Sicherlich der meistgehörte Satz am Freitagabend: „Alter, IST DAS KALT!“. Irgendwann lieg ich mit Schal, Pullover, Jacke und Buxe in meinem Schlafsack und zittere immer noch. Auf den Autos blühen Eisblumen.
Dafür böllert wenige Stunden später gnadenlos die Sonne aufs Zelt. Eine echt Sahara-artige Erfahrung. Boah, die Dixis sind schon hart zugeschissen. Ich will das jetzt nicht näher verbalisieren, aber die Öffnung in so einem Dixi-Klo sollte doch eigentlich groß genug sein, um wenigstens ungefähr zu treffen…
Der Tag gleitet sanft dahin. Immer wieder trudeln nette Leute ein, die man kennt oder kennen lernt. Lyrikgenie Grimmi hält uns ‘ne Lesung aus seinem Gedichtband „Meisenpoesie“, der auf dem letztjährigen Wilwarin entstanden ist. Leider hat jemand in der Nacht die „Demagogenbühne“ geschrottet. Schwein! Auch sollen auf dem Gelände einige Faschos rumlaufen. Geradezu absurd. NUCULAR überzeugen mit Frickelcore und gutem Gesang.
Mittlerweile sind alle Vladis anwesend. Backstage lernen wir die netten Freaks von ANNIHILATION TIME kennen, die kurz darauf einen Mördergig hinlegen. Bisher dachte ich, dass ein Aufeinandertreffen von THIN LIZZY, BLACK SABBATH, BLACK FLAG und POISON IDEA nur in meiner Plattensammlung stattfindet, aber ANNIHILATION TIME kriegen genau diese Mischung hin. Eins meiner diesjährigen Highlights. Dreckig, schmierig und hemmungslos.
Backstage herrscht nun ein buntes Treiben. SCHEISSE MINELLI sind super Typen, mit denen sich entspannt feiern lässt. Eric baut sein gigantisches Rack auf, FRANKIES FREAK SHOW stellen mannshohe Spiegel auf und schminken sich, während TRIKE electromäßig auf der Bühne abgehen und eine Polonaise durchs Publikum veranstalten.
Huch! Plötzlich schon Showtime für die Vladis. Schwede, das Zelt ist ja gerammelt voll. Ich mein, ich spiel auch gern vor nur fünf betrunkenen Punkern und drei Hunden (oder umgekehrt), aber nett ist das irgendwie schon. Höfliche Fucker hier! Guter Auftritt. Es erhebt sich eine Dreckswolke, die es mir noch jetzt erlaubt, erfolgreich zu popeln. Backi AmBoss regelt einen grandiosen Klang auffe Bühne. Pech hat Nils, dem vor Kurzem die Tretmine Probleme bereitet hatte. Er hatte das Teil reparieren lassen, im Proberaum war alles wieder funktionabel, aber mitten während des Gigs schmaucht der kleine Fucker wieder ab, sodass die Klampfe ab und zu weg ist. Naja, ich bekomm das gar nicht mit, und auch sonst lässt sich offenbar niemand den Spaß verderben. Ein dickes Dankeschön!
Die Jungs von FF guck ich mir aus dem hinteren Teil des Zeltes an. Die gefallen mir wirklich immer besser und der Sänger ist mal echt eine charismatische Erscheinung. Würd ich glatt Marilyn Manson und Dita von Teese im Doppelpack vonner Bettkante für schubsen.
TRIP FONTAINE gucken wir uns von hinten an. Ich hätte die fast verpasst, aber es macht Spaß zuzusehen, wie sich die Band von Song zu Song krasser ins Nirvana schraubt. Bei allem Gefrickel entstehen fesselnde Melodien und interessante Spannungsbögen. Find ich heute noch besser als vor einiger Zeit im Kieler Bunker.
SCHEISSE MINELLI! Die kommen aus Frankfurt a.M. und sind nicht nur saunett, sondern auch saugut. Völlig entfesselter Hardcore mit einem durchgedrehten Ami-Sänger, der einfach mal alles gibt und dann noch mehr. Beim, zweiten Song hängt er schon mit Schweinebaumel an den Deckenbalken, später haut er sich eine Bierpulle an den Kopp. Die Bewegung ist ganz beiläufig und soll sicher gar nicht den Effekt haben, DEN sie dann aber hat: Die Stirn platzt auf und flugs ist Samuel El Action am ganzen Körper blutbesudelt. Sanis zerren ihn nach ein paar Songs von der Bühne, der Rest wird im blutigen Turban absolviert. Hell yeah, da weiß man doch, warum man Hardcore so liebt!
Ich verzichte danach auf jede weitere Note Musik, denn da KANN nix mehr kommen, und gebe mich ganz dem Wilwarin-Rausch hin.
Fazit: Ein perfektes Fest! Verbesserungswürdig sind für nächstes Jahr die Fressbuden. Auf dem Campinggelände hat der Frühstücksmann nur trockene Brötchen (bisschen Käse raufschmottern wär doch kein Ding?), auf dem Konzertgelände ist leider nur ein einziger Stand mit Fleisch und Pommes. Weil der Stand ständig belagert ist, holen die Menschen da die Pommes viel zu früh aus dem Fett. Man bekommt so halbrohe, weiße Dinger. Später sogar ohne Majo oder Ketchup, nur noch mit Asia—Soße. Ekelhaft. Ansonsten spielen wir gerne wieder, wenn man uns lässt!
23.05.09 / Salzgitter, Forellenhof
28.05.2009 von Philipp
Pure Pisse ins Ohr!
Beim Frühstück in Familie Milchs idyllischem Garten kommt der Postbüddel längs und stopft das neue PLASTIC BOMB in den Briefkasten. Onkel Wolter soll natürlich wieder vorlesen und Helge Schreibers VRHN-Rezi von unserer Platte haut uns wirklich aus den Socken… „Wie pure Pisse ins Ohr!“ (mehr unter „Presse“)…
Wer hat an der Uhr gedreht? Ein paar Raststätten und Kaltgetränke später bestaunen wir auch schon die ganzen Plakate im Forellenhof. Immer wieder klasse, hier zu sein. Die neue Konzertgruppe „Trout Concerts“ ist engagiert und macht in letzter Zeit viel los. Heute kam man ins Rotieren, weil gleich zwei Bands abgesagt haben (schade, gerade auf SICK TIMES hatte ich mich sehr gefreut). Kurzfristig springen ESCAPE ARTISTS ein. Und eh mit an Bord ist Tom (Ex-REPULSE) mit seiner neuen Combo ARRESTOR HOOK DOWN.
Geliebte Hackfressen treffen ein, mit neuen Gesichtern freundet man sich an, ein schöner Tag, der viel zu schnell verläuft.
Schon spielen ESCAPE ARTISTS. Zweiter Gig erst oder so, der eigene Stil ist noch nicht gefunden. Muss ja auch nicht.
ARRESTOR HOOK DOWN zermalmen mit einem Mix aus CROWBAR, EARTH CRISIS und INTEGRITY meine letzten noch zuckenden Gehirnzellen. Tom hat den 80er-HC-Look inklusive Bandana und Moves drauf, ich glaub, nachts würd ich die Straßenseite wechseln.-)
Der Auftritt heute wird gar noch ‘nen Tucken besser als der gestrige. Einen derart guten Klang hatten wir bisher noch nicht auf der Bühne und auch unten drückt es wohl. Das ist gar nicht so unwichtig, wenn du auf der Bühne das Gefühl hast, dir selbst in den Arsch zu treten. Alle springen wir durch die Gegend, reißen uns gegenseitig die Kabel raus, rennen ineinander. Es MUSS ein guter Gig sein, wenn Zarc plötzlich TENACIOUS D intoniert ("Wonderboy"...) und der Mob den Scheiß auch noch mitsingt... Verdammt großer Spaß.
Die Party danach verläuft ausgelassen. Ein gewisser Jemand ordert den Korn per Taxi von der Tanke, dazu gibt es Schlager aus der Konserve. Forellenhof, bis bald!
22.05.09 / Rauenstein, Kulti
28.05.2009 von Philipp
Get in the van!
Yeah, nachdem Zarc leider heftich krank war und wir am Wochenende zuvor schweren Herzens den Auftritt mit BLUTTAT in Mülheim absagen mussten, sind wir jetzt um so besser gelaunt, da er nun wieder fit ist und wir nach Rauenstein und Salzgitter brettern können. GET IN THE VAN, DICKEN!
Leider ist Strecker auf Festival, sodass wir uns nach einem anderen Gefährt umsehen mussten. Der höfliche Fucker Leif (THE BAD DAYS) hat uns sein BADMOBIL geliehen – vielen Dank. Allerdings ist hier kein Platz mehr für Knöppeschrauber Bocki, was Nils noch Kopfschmerzen bereiten soll.
Stunde um Stunde donnern wir durch die Republik, zum Schluss über serpentinenhafte Pfade, Berge und durch winzige Dörfer. Wenn ich nicht mit Bonehouse schon mal dort gespielt hätte, würde ich jetzt wohl auch so ein skeptisches Gesicht ziehen wie die anderen…
Aber nicht nur finden wir das Kulti, es kommen sogar über 100 Punks, Schüttelrüben und Metalcoresportler. Begeistert treffen wir Veranstalter Milch, der heute auch mit seiner Band CONFRONTATION hier spielt, der erste Auftritt seit längerem. Er ist nur ganz überrascht, als ich nach dem Ort der Pennplätze frage: „Wie? Ich dachte, ihr fahrt wieder nach Hause, so wie letztes Mal mit Bonehouse?“. Daran konnte ich mich gar nicht erinnern – da sind wir damals doch offenbar noch nachm Gig 700 km durch die Nacht gedonnert! Warum, weiß keiner mehr.
Eins muss man sagen: Der Mischer hat voll Ahnung …von Volksmusik! Jedenfalls sträuben sich Nils die Haare und auch die erste Band MOLOTOV ROCKTAILZ sehen beim Soundcheck eher unglücklich aus. Daher wird der Kerl kurzerhand seines Postens enthoben und Nils schraubt an den Knöppen rum. Zwar protestiert der Typ ab und zu, sieht aber wohl schließlich ein, dass es für alle besser so ist. Außer für Nils, der nun einen etwas stressigen Abend hat und für unseren Gig direkt vom Mischpult zur Bühne hechtet.
Davor überzeugen sowohl THE MOLOTOV ROCKTAILZ als auch CONFRONTATION, beide schön krachiger Hardcore/Punk von sympathischen Menschen.
Unser Auftritt wird zum Teil von violent dancing begleitet, man wundert sich, aber hier im tiefen Thüringen steht man offenbar auf Circle Pits und Windmilling. Wir hingegen fordern zu garnix auf, außer zur sofortigen Weltrevolution. Ein nahezu optimaler Vladi-Gig, muss ich sagen, denn die Rahmenbedingungen sind astrein. Ich trete zwar ständig irgendwelche Bierflaschen um, sodass uns die Playlists davonschwimmen. Aber es ist nun mal so: Geräte hassen mich.
TYP 1 kommen aus der Gegend und feuern aus allen Rohren. Schlachthaus-Metalcore ohne Samthandschuhe.
Danach geht es zu Veranstalter Milch, dem wir noch Bier wegtrinken, die Bude vollstinken und seine Plattensammlung durcheinanderbringen. Nein, war sehr nett hier!










