10.07.10 / Rd-Rock VII, Hanerau-Hademarschen
23.07.2010 von Philipp
Vladi gegen Deutschland
Puh, nach Nils‘ Sportverletzung und der dadurch verursachten Absage unserer Teilnahme an der Sommerparty Hemsbünde, sind wir froh, dass der Fucker wieder rechtzeitig fit ist. Nur proben können wir nicht mehr gemeinsam, sodass leider kein neuer neuer Song in die Playlist einfließen kann, was ja nun eigentlich seit langem überfällig ist. Aber so markiert das Rd-Rock eben den letzten Auftritt mit alter Playlist!
Das Festival bedeutet für Andi ja immer viel Stress, da er es mitorganisiert und natürlich gerade in den Wochen davor massiv Arbeit anfällt. Dazu schwebt immer die Frage wie ein Damoklesschwert über seinem Haupt, ob das Wetter gut wird, genug Leute kommen und/oder das Ganze ein (finanzieller) Reinfall wird. Wir drücken alle die Daumen!
Einen ausführlichen Patchworkbericht über das gesamte Festival findet ihr auf www.dremufuestias.de (Tag 1: http://mosh.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2683&Itemid=116, Tag 2: http://mosh.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2684&Itemid=116)
Deshalb beschränke ich mich hier im Tagebuch mal auf unseren Auftritt. Klar, als Veranstalter hätte Andi natürlich die Wahl einer optimalen Spielzeit zumindest beeinflussen können. Es spricht für ihn, dass er die echten Hardcore-Werte verinnerlicht hat und uns möglichst widrige Umstände beschert… Denn nur das ist Punk! Erstens herrschen noch brüllende Temperaturen, welche das Publikum zu lähmen drohen, zweitens findet zeitgleich ein WM-Spiel mit Beteiligung der deutschen Nationalmannschaft statt und drittens ist die Bühne bekackt hoch. Aber scheiß auf die Scheiße, der vladiistische Motor wird ohne Rücksicht auf derartige Nichtigkeiten angeworfen, Teile der Band springen in den Mob, wälzen sich aufm Boden, andere trotzen der Schwerkraft und der Hitze in Sprüngen vom Drumpodest… Ich freue mich zu fühlen, dass man der Band den Spaß nicht nehmen kann. Großes Lob wird danach von allen möglichen Seiten bezüglich des Sounds geäußert – heute scheint Bocky seine Meisterleistung (zumindest bei uns) abgeliefert zu haben und uns offenbar ein überdurchschnittlich fettes Brett gezimmert zu haben.
Besten Danke ans Rd-Rock-Team & allen ZuschauerInnen – und dem Rd-Rock ein hoffentlich langes Leben!
22.05.10 / Rendsburg, Recall
23.05.2010 von Philipp
Nachdem wir nun schon im Hamburger Lehmitz und (zweimal) in der Kieler Palenke gezockt haben, ist ein Konzi im Rendsburger Recall fast schon die logische Konsequenz.
Ich mag ja räumlich beengte Verhältnisse, Floorshows sind eh der optimale Rahmen für Hardcore und das Recall ist in Rendsburger Punker- und Metalkreisen ‘ne beliebte Adresse.
Erstmal müssen aber viele BesucherInnen und Musizierende Hockey und/oder Fußball gucken. Andere sitzen da lieber beiseite und tauschen Anekdoten vom gestrigen Abend aus. So hat ein Bandmitglied gestern noch vor der eigenen Haustür seinen Lappen verloren, ein weiterer hat fleischlichen Versuchungen widerstanden („du kannst in meinem Auto schlafen“), ein Dritter gar in einem Restaurant die Rolle der Kochprofis eingenommen („Diese Sauce Hollandaise ist NICHT frisch und selbst gemacht, wie es auf der Karte steht“)…
Kuschelig wird es, als EL FUPA dann pünktlich um 23.00 Uhr loslegen. Man kennt locker 80 % der Anwesenden, wobei auch mehrere Wagenladungen Flensburger am Start sind. Der Groove der mächtigen achtbeinigen BAND KNAUER (man munkelt, dass dies der künftige Name der Combo sein wird…) zwingt jede/n in die Knie oder doch mindestens zum Rübeschütteln. Was soll man sagen? Begeisterung! Feines Tier is das…
Ist ja oft so: Da steht in manchen Hütten die feinste Technik und Edel-Monitore bereit und trotzdem hören Band und ZuschauerInnen nur Brei. Spielt man aber in einer Kneipe lediglich mit der eigenen Backline (sogar die Gesangsanlage hamwer mitgebracht), ist der Klang astrein und alle hören ALLES. Jedenfalls sagen mir heute mehrere Leute nachm Konz, dass sie Sachen herausgehört hätten, die sie so noch nie wahrgenommen hätten. Gut, das kann auch an den Drogen liegen, aber auch ich habe ein verflixt gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Gewürdigt wird heute endlich auch mal der sechste Vladi: Strecker! Und ‘ne Schreiminute für DIO ist Pflichtsache, logisch.
Schöner Abend, hier noch eine Impression aus Spiderscher Perspektive:
http://www.youtube.com/watch?v=GUv___HVxCM&feature=player_embedded
21.05.10 / Bad Segeberg, HaK
22.05.2010 von Philipp
"Wieso wäschst du dir die Hände? Lass uns lieber Bier trinken!"
Leider scheint es auch kurz vorm Konz keine Flyer zu geben, weswegen ich Kevin von den ebenfalls eingeladenen ANY PART IN THE STORM einlade. Der antwortet: „Mach ich gerne. Hast du spezielle Wünsche fürs Motiv?“ Ich wünsche mir daraufhin „irgendetwas mit Tieren“ – das Ergebnis sehr ihr hier. :-) Sind die Dinosaurier (alte Tiere) aber etwa als eine tiefenpsychologische Spitze zu sehen? Hmm…
Nachdem wir uns am Catering (kleener Euphemismus: Es gibt nur Brötchen mit Käse… Bleibt aber auch der einzige Kritikpunkt heute), Getränken und diversen Anekdoten gütlich getan haben, geht es auch schon mit SODIUM los. WOW! Die neuen Songs hauen brutal düster in die Eingeweide, unterschwellige Melodien wühlen harsch im Stammhirn. Dazu gehen die Jungs auch bewegunstechnisch mittlerweile mehr aus sich raus. Ein Besucher hüpft ständig auf die Bühne, um permanent ins Mikro zu kreischen und zu headbangen.
Der Veranstalter Beowülf ist ein uriger Typ, der ständig einem Hobby frönt: Er lässt unfasslich laute Pig Screams, Growls und Grunts ab. Schade, dass El Tofu heute nicht dabei sein kann, DAS hätte mal einen Grunzkontest gegeben…
ANY PORT IN THE STORM sind klasse! Leider ist ihre neue 7“ noch nicht aus dem Presswerk. Der intensive Hardcore kommt in so einem Laden perfekt rüber. Kevin singt gern zwischen den Leuten, auch immer mal ohne Mikro einfach in den Raum, was ich immer sehr geil finde. Auch insgesamt ein vollständig überzeugendes Hardcorekonz, wobei Nico noch besonders zu erwähnen ist, der auf Krücken herumhumpelt und davon unbeeindruckt sein Schlagzeug bearbeitet („den Fuß brauch ich eh nicht“)… Der Typ, der bei Sodium noch auf die Bühne gesprungen war, geht zunächst wieder gut ab, wird dann aber von Song zu Song langsamer, um schließlich aufm Boden einzupennen... Als ihn seine peer group wecken will, springt er allerdings wie vom Blitz getroffen auf und moscht weiter...
Wir sind irgendwie gut drauf, stelle ich fest. Macht ja immer Spaß, das ist klar, aber heute spürt man das gewisse Extraquentchen Energie von Anfang bis zum Ende. Es gibt auch keinen Moment, wo ich das Gefühl habe, dass die „Spannungskurve“ des Konzis sinkt. Im Mob sind auch wieder unsere geliebten Hamburger Punker, wobei sich vor allem Pape als verflucht textsicher zeigt. Daher darf er sich mittendrin einen Song wünschen – er wählt „Electric Sheep“, den wir länger nicht im Set hatten. Natürlich gibt es heute außerdem eine "Schreiminute" zum Andenken an Ronnie James Dio.
Schöner Abend – Danke, dass wir spielen durften. Gerne wieder!
23.04.10 / Verden, Juz Dampfmühle
27.04.2010 von Philipp
EMPTY TANKARD!
Und so sitzen wir dann auch schon ein Jährchen später bei guter Laune im Streckermobil gen Verden. Dort angekommen, bevölkern bereits singende und in Kutten gewandete Horden Metaller das Areal um die Dampfmühle. Geil, wir treffen viele Bekannte und die eh schon knappe Zeit vergeht wie im Fluge. Einziger Wermutstropfen: Die Knüllerbrutalopunks von IN IRATUS haben sich aufgelöst (also, nicht sich als Menschen, sondern „nur“ die Band, aber das ist traurig genug).
ADJUDGEMENT beginnen den Reigen und das Juz füllt sich bereits. Später sollen es 460 zahlende BesucherInnen werden (laut Ballo neuer Rekord im JUZ), die den Laden vollsudeln und komplett das Bier wegtrinken (obwohl die Crew mehrfach Kästen im Dutzend nachholt). Die Hannoveraner ballern schön aggressiv puren Hardcore heraus. Für einige heute sicherlich zu wenig Metal, aber ein Pit bildet sich dennoch. Besonders gut gefällt mir „Pit Fight Sucker“, dessen textliche Message selbsterklärend ist.
Wir haben einen fast reibungslos verlaufenden Gig – Andi geht heute NICHTS kaputt, das allein wär ja schon ein Grund, sich zu freuen. Dazu regelt Knopfchecker Bocky einen druckvollen Klang. Und obendrein werden wir äußerst positiv empfangen – direkt vor der Bühne lassen Schüttelrüben ihre Matten kreisen, es gibt Fistbanger, Stagediver und ein erstaunliches Applauslevel. Wir müssen allerdings verkünden, dass es heute noch keinen neuen Song zu hören gibt und ziehen uns damit aus der Affäre, dass wir die Inverted Frog-Screams noch nicht perfekt beherrschen. Außerdem ermitteln wir, dass das Publikum zu mindestens 80% vegan ist! Die hochgezogenen Augenbrauen werden mittels neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse besänftigt: Bier ist vegan! To the death!
DEW-SCENTED lassen dann so richtig den Thrash-Hammer niedersausen. Der Laden ächzt förmlich unter der geballten Power von Band, Bierfontänen und schwitzendem Mob. Die Besetzung ist ja fast komplett neu, aber wie immer tight eingespielt. Leif (v) muss ein furchtbarer Banddiktator sein!
Sehr krass ist der neue Drummer, der Gene Hoglan ein wenig optisch ähnelt und
vor allem ähnlich entspannt und präzise zugleich zockt. Neue Songs kommen gut,
ansonsten ist mein Highlight „Cities Of The Dead“!TANKARD laden zum krönenden Abschluss zu einer gelungenen Werkschau durch mehrere Dekaden Thrash. Der ca. 60 kg (!) leichtere Gerre hat immer einen knackigen Spruch parat, allerdings beim letzten Mal irgendwie noch derber gekreischt, fand ich. Aber egal, ich muss mich an einen Schulkumpel erinnern, der mich 1987 oder 1988 fragte, welche Thrashband als EINZIGE nicht ausgewimpt sei. Und er meinte na logisch TANKARD, aber ob er damit gerechnet hätte, dass die anno 2010 – über 20 Jahre später weiterhin Vollgas geben? Chapeau!
Wir fahren danach alle noch in ‘ne Kneipe, aus der ich mich allerdings früher verabschieden muss: um 4:40 Uhr fährt mein Zug, der mich nach Süden bringt zum KEEP IT TRUE-Festival. Aber das ist eine andere Geschichte, die demnächst auf www.dremufuestias.de erzählt werden wird.
Von den anderen höre ich später haarsträubende Dinge, die auf der Rückfahrt enthüllt werden und die ich natürlich sofort weitergeben muss: Bocki verliere langsam seinen Punkerstatus und werde Rockstar! Wie das sein kann? Unser Pistkit soll in EINEM HOTEL geschlafen haben, mit Frühstück (!), er soll gar GEDUSCHT haben und ferner sei er jetzt derart von digitalen Mischpulten angetan, dass er sofort eins von uns gekauft haben wolle!
05.02.2010 / Rotenburg, Villa
09.02.2010 von Philipp
Decken-Arschabdruck in der Villa
Juhu, nach ca. einem Jahr mal wieder in die Villa Rotenburg – und dann auch noch mit POWER! Auch dieses Mal ist ein Platz im Streckermobil frei, denn Bocky fährt natürlich bei POWER mit, wir laden uns dafür Rentierflüsterer El Tofu ein.
In der Villa begrüßen uns Ole und Hellke gleich nett und mit Essen – lecker mit Reis gefüllte Paprika und obendrupp so eine Soßensuppe. Killer!
Unter den Gästen sind heute die geliebte BREAK THE SILENCE-Crew in Form von Ballo, Suoki und Zottelzumsel, die halbe IN IRATUS-Mannschaft, Oli von NEURON und scheißeichvergessimmersovieleNamen.
POWER werden immer besser! Ich seh sie heute zum dritten Mal und jeder Auftritt hat einen dicken Tucken mehr Wumms, Leidenschaft und… Power! Von „Run For Your Gun“ über „Späthis Brille“ bis „Kill Your I-Pods“ sind alle Hits dabei, gespickt mit geilen Ansagen wie „Der nächste Song ist voll Rock und handelt über Menschen!“, die meist JoyBoy einstreut. Jubel und stetig steigende Temperaturen bestätigen meinen Eindruck. Zum Abschluss gibt es einen spontanen Gastauftritt von unserem Andi. Der nachdenklich stimmende Song über Alkoholmissbrauch hat den Titel „Schön ein‘ saufen, Aller“ und wird von Andi sehr enthusiastisch dargeboten: http://www.youtube.com/watch?v=dn6ORAixSJU (Thanx an Zottelzumsel).
Die Villa ist jetzt voller Punker, die alle möglichen Räume bevölkern, was die BewohnerInnen nicht stört – man kennt sich halt. Nur ein Besucher hat irgendwie einen kurzen Aussetzer und wirft das Küchenfenster mit einer Bierpulle ein – ansonsten herrlich entspannte Atmo.
Was gibt es Schöneres als ‘ne flotte Floorshow? Ich hab fast den Eindruck, dass sich erst unter ganz engem Kontakt zum Mob das volle vladiistische Energiepotenzial entfaltet. Jedenfalls springen wir alle hin und her, sofern es der Platz erlaubt. Es kommt heute zwar bei allen (!) Instrumenten zu technischen Ausfällen – Eric zerlegt die Fußmaschine, Andi verdreht sich die Podi bei einem Bad in der Menge, Nils und Zarc reißen jeweils Saiten (und mir reißt ein besonders enthusiastischer Besucher aus Versehen den halben Skalp von der Birne) . Aber wen schert dat? El Tofu jedenfalls nicht, deshalb bekommt der heute auch seinen Favoriten „Electric Sheep“, den wir länger nicht gespielt hatten. Die weiche Decke ist so niedrig, dass wir dazu aufrufen, sich mittels Fistbanging dort zu verewigen – Power-Schreigräte Marco gelingt immerhin fast ein Arschabdruck…
Danach macht Veranstalter Ole Disco und befeuert uns mit tollen Songs, sodass die Party Stunden weiterläuft. Nils hat ein neues Spiel kreiert: Er summt zu seinem I-Pod Songs mit, die man daraufhin erraten soll – wenn Power einen Song richtig tippen, gibbet ‘nen Oiro Belohnung, den die Vladis zurückgewinnen können…. Ergebnis: Power fahren reich nach Hause…
Erwähnt werden muss unbedingt noch das superbe Frühstück, welches Ole uns am nächsten Morgen kredenzt. Da ist echt mal alles dabei, was dat Herz begehrt.
Villa Rotenburg rules!
29.01.2010 / Berlin, Supamolly
09.02.2010 von Philipp
Die Vladis im Blizzard
Was für ein Scheißwetter! Wir haben uns gerade das fieseste Wochenende dieses Winters ausgesucht, um zuerst nach Berlin und am Samstag nach St. Ingbert (Saarland) zu fahren! Für die Strecke von Kiel/Rendsburg nach Hamburg braucht man ja sonst drei Stunden – wir sind heute ma locker NEUN Stunden unterwegs…
Da Sturm, Blitzeis und allmöglicher Schweinkram für die Mittelgebirge angesagt werden, rufen wir lieber gleich bei den Veranstaltern in St. Ingbert an und sagen ab – sehr schade, wird aber nachgeholt!
Da Bocky keine Zeit hat (Chaos Control nehmen neuen Stoff auf!), ist ein Platz frei im Streckermobil und den hat sich gleich Schwuss vom Punkrockradio gesichert. Der wundert sich schwer über so manche vladiistische Angewohnheit: Nils hat ‘nen I-Pod auf der Rübe und grölt lautstark Dinge mit, über die ich hier höflicherweise den Mantel des Schweigens decke…
Um halb elf kommen wir dann doch mal an beim Supamolly. Herrlicher Laden mit interessanter Architektur und supernetten Menschen. Vorne ist ‘ne gemütliche Kneipe, dann geht es durch mehrere Flure in ‘nen Zockraum idealer Größe, der auf einer Art Balkon eine zweite Bar beherbergt. Schon beim schmackhaften Essen können wir Marlenchen, Trinkteufel-Tina und den ollen Höllenhund und Philatelisten MC Hackmann in die Arme schließen, später kommen noch diverse weitere Bekannte. Auf den Berliner Mob ist Verlass!
Die Frauen und Männer von PROTECTION OF HATE kann ich aufgrund der ganzen Begrüßungszeremonien und Insohrflüstereien gar nicht ausreichend würdigen, aber ein paar Songs genieße ich bei brachialer Lautstärke und feistem Klang schon noch: Heftiges Geballer zwischen Tradition und Moderne!
Und dann kommt der erste VRHN-Auftritt in Berlin – hoffentlich folgen noch viele weitere, denn dat macht schon Laune hier. Gibt ja Läden, die ebenfalls getrennte Räumlichkeiten in Bezug auf Konzertraum und Bar haben, wo dann ein Großteil der BesucherInnen gar nicht die Bands beschnuppert. Aber das ist hier gar nicht so – und die Berliner Schnauze liegt mir ja eh, weswegen sich ein reger Austausch zwischen Bühne und Mob entspinnt. Mehrere Leute haben heute etwas zu sagen und schnappen sich mein Mikro – so ruft eine Besucherin zur Anti-Mobbing-Aktionswoche auf, worauf MC Hackmann das ganze gleich als Appell zum Gruppenkuscheln versteht und irgendetwas von „purer Geilheit“ ins Mikro stöhnt. So kennen wa euch! Auf dem Heizkörper stehend und schmetternd kann ich einen ansehnlichen Pogo betrachten („Party Of The Damned“) in dessen Strudel ich Huckepack mitgerissen werde. Als Zugabe zocken wir das Ende von „Overkill“, wobei erst Eric auf die Bühne geht und dieses Doublebass-Inferno startet, wir dann nacheinander passend zu unseren Einsätzen hinterherkrabbeln, was bestimmt völlig wie geübt aussieht (isses aber nich)…
Also, bis neun Uhr morgens haben wir ja schon lange nicht mehr gefeiert, jedenfalls nicht zusammen. Aber im Supamolly isses so nett und es sind so viele Leute da, die wir viel zu selten sehen, dass die Stunden wie im Fluge verstreichen. Schön!
16.12.2010 / Flensburg, Hafermarkt
18.01.2010 von Philipp
„Axel, auch 'n Bier?“ – „Danke, erst nach der Arbeit!"
Spektakulär ist gleich dat Essen. Wenn man ein Konzi danach beurteilt, was es auffe Gabel gibt, dann sind wir heute weit vorne: Döner zum Selberbasteln mit diesen geilen Sojaknubbels. Der Hammer. Wir fressen die Teile so gierig auf, dass alles vollgesaut wird.
Die Jungs vonner SCHLOIDERGANG spielen neuerdings nüchtern wie ‘ne sXe-Band. Schon beim Soundcheck fällt pure Kompromisslosigkeit auf: „Axel, auch 'n Bier?“ – „Danke, erst nach der Arbeit". Grund: Ein wohl eher suboptimal verlaufener Gig vor einigen Wochen. Dafür sind die Hunde heute aber auch gut! Da kommt „Aldi Jahre“ doch glatt als Grindcore-Version – Axel blastet, Timo grunzt und Jan kreischt. Herrlich!
Und die Nasen mit dem schönen Namen CAPTAIN DEATH AND THE POWERLORS OF AGGRESSION hatte zumindest ich nicht auf der Pfanne. Was für ein fieses Death Metal-Geschredder! Der dürre Sänger trägt Jogginghose und luschert ständig mit verwirrter Ozzy-Mimik in irgendwelche Textblätter. Dazu wieseln die Finger von Gitarrist und Bassist schneller die Griffbretter rauf und runter, als meine Kontaktlinsen es mir vermitteln können. Der Schuppen ist gut gefüllt mit johlenden Punkern.
Nach unserem Konz loben einige: „Alter, was fürc eine geile Showeinlage, als du diesen Flachköpper gemacht hast. Sah aba ganz schön gefährlich aus!“ Andere fordern: „Du solltest öfter besoffen spielen und so cool auf den Kopp fallen“! Äh, beides stimmt nicht so wirklich: Tatsächlich knickt die Stufe vor der Bühne unter einem Hüpfer von mir weg und ich rassel so urplötzlich auf den Boden, dass ich nicht mal mehr die Hände zum Schutz hochreißen kann. Knackt ganz ordentlich, aber unfasslicherweise scheint meine Rübe aus Beton zu sein und es kann nahtlos weitergehen. Rechtzeitig trudeln Teile von EL FUPA und ALIAS CAYLON ein – schön, euch Hackfressen zu sehen! Ich weiß auch nicht, irgendwie ist dat hier ‘ne klasse Atmosphäre und wir genießen jeden Moment. Nach diversen Bodenrollern und weiteren Stürzen verlassen wir dreckig, verbeult und glücklich die Bühne.
Die geilen DJs Tobi Torpedo & Bert heizen richtig ein und spielen KEINE Schlager, sondern rohen Punk, Metal und Hardcore. Da können die Geburtstage von Roman und Pati wenigstens angemessen begangen werden!
Wir kommen wieder, wenn wir dürfen!
12.12.2009 / Elmshorn, Kantine
17.12.2009 von Philipp
40ster von Hubi, 10 Jahre Skull Harvest
Aber ein gutes Omen wird am Tag des Konzis bekannt: Es zockt auch noch Liedermacher Bodo!
Der Laden entpuppt sich als Gasthof, welchen Hubi (s.o.) gemietet hat. Und es tummeln sich schon ordentlich Leute da drin, ca. 300 sollen es noch werden. Darunter die Hamburger Punks um Fred, die ich hier endlich mal angemessen würdigen muss: Ihr seid ja völlig wahnsinnig! Die Typen gucken sich wirklich jede halbwegs im Norden stattfindende Show von uns an, sei es in Bad Oldesloe, in der Kieler Palenke oder auf Konzerten, wo wir die einzige Band sind, die sie interessiert (z.B. Kielowatt). Scheiße, die zwingen uns noch dazu, bald mal neue Songs zu spielen, sonst bekommen wir ein schlechtes Gewissen. Massiven Dank!
So, vor der ersten Band spielt noch eine erste Band. Hm, ganz schönes Prog-Gefrickel, aber gar nicht so übel, da instrumental (ich befüchte jeden Moment so einen „Hero“-Metal-Sänger).
HIGH GAIN DISTRICT sind schon rockiger, gefällt. Vor allem haben mehrere von denen VALIENT THORR-Shirts an, das gibt Bonuspunkte für guten Geschmack.
Für die Umbaupause kommt Bodo dann auffe Bühne und schmettert seine geilen Hits von „Käptn Blaubär“ über das Lied von der Affenmutter bis hin zum Schwarzfahrersong. Geht IMMER!
Jo, SKULL HARVEST haben heute Jubiläum – 10 Jahre! Unglaublich – warum hab ich die noch nie gesehen. Die Emshorner gehen gut ab, überhaupt eine total nette Mischung aus Punks, Metallern und… halt Freaks. Und wir treffen unerwartet viele Leute, vor allem mit der erwähnten Hamburger Meute haben wir ordentlich Spaß. SKULL HARVEST knüppeln schönen Death Metal, der Gesang erinnert mich an irgendwas, komm ich bis jetzt nicht drauf, klingt aber schön kehlig und röhrig. Und die Schlagzeugerin macht verdammt viel Dampf.
Das endgültig supi Omen kommt von Bodo. Der spielt nämlich meinen Lieblingssong „Vertrockneter Frosch auf der Straße“! Schluchz, schnief.
Jaa, was für ein schönes Konz. Bocky hat den Sound 1A im Griff, der Mob geht ab – wir beschließen gemeinsam: Weihnachten fällt dieses Jahr aus. Den Hamburgern haben wir „Water Means Bleeding“ versprochen (was länger nicht auf der Playlist stand), das lösen wir jetzt auch ein.
Thanx für diesen netten Abend, Glückwunsch Hubi zum 40igsten, hat Spaß gemacht.
28.11.2009 / Rendsburg, T-Stube
04.12.2009 von Philipp
Hallo Opa!
In der T-Stube ist alles neu. Boah, fast schon zu schick! Der Tresen jetzt niedriger, da kann Dani jetzt auch drübergucken! Und so richtige Profilämpgen als Beleuchtung. Sehr angenehm die Räumlichkeiten backstage, welche man neuerdings mitbenutzen darf (auf Erlaubnis der sonst dort residierenden Pfadfinder!).
Eingeladen sind heute auch die jungen OUIT OF LIMIT, die in der Meierei als Überraschung „Party Of The Damned“ mitgezockt hatten. Immer noch unglaublich, dass der Schlagzeuger gerade mal 15 ist. Hoffentlich entdecken sie allerdings noch Liebe für räudigere Klänge.
TACKLEBERRY beglücken danach die Sinne. Ich kann mir die ja immer wieder angucken, andere offenbar auch, denn der Schuppen ist RICHTIG voll. Auch heute geht es gegen Sexistenwixer Mario Barth, und da dieser Werbung für Media Markt macht, wünscht Hannes der Kette eine langsame, schmerzvolle Insolvenz. Right on, die!
Heimspiel, so sagt man wohl im Sport und wir nutzen diesen Vorteil schamlos aus, indem wir jeden Moment hemmungslos genießen. Joyboys geniale Fotos sprechen für sich. Mitten im Pit übrigens ein knutschendes Pärchen. Interessant, dass unsere Musik auch Liebe erzeugen kann. Warum immer so negativ? Ich würde diesen Auftritt recht hoch ansiedeln, wenn man mich nach den allergelungensten VRHN-Gigs fragte.
JoyBoy hat die Musik für danach mit. Und die Tanzschuhe glühen! Kein Wunder, wenn sich MUNICIPAL WASTE und David Hasselhoff mischen, wenn SLIME auf JUDAS PRIEST treffen…
Und Teile des Mobs machen später noch auf der „Perform Transform“-Party in der Kieler Schaubude weiter, wo endgültige Transformationen stattfinden…
27.11.09 / Oschersleben, Alge
04.12.2009 von Philipp
"Ein Pistkit? Bocky, das bist du!"
Die erste Band ist bereits durch, die Veranstalter WAY DOWN beginnen just gerade. Schade, die eigentliche Alge ist saugemütlich (erinnert bisken ans Lübecker Treibsand), doch irgendwie fehlt ein Veranstalter, also findet dat Konz im Proberaum von WAY DOWN statt. Das ist einerseits ganz geil, weil Floorshows immer rulen, andererseits besitzen Proberaumkonzerte so’n gewisses notdürftiges Flair.
WAY DOWN hauen trotzdem rein und die Garage ist gut gefüllt mit Leuten, die diese Band ganz sicher kennen. Hell, wir Vlads, Bocky und Strecker sind bestimmt die einzigen, die WAY DOWN bisher ausschließlich über MySpace kennen. Geiler wütender Hardcore.
TACKLEBERRY definieren den Begriff „Wut“ dann nochmal neu. Brett! Hannes nutzt jeden Millimeter und keift gegen Fußball und Mario Barth, was Applaus findet. Ich kann mit Fußball auch nichts anfangen, will das natürlich generell keinem mies machen. Aber wenn es nun mal Tatsache ist, dass sich schwule Fußballspieler nicht outen können aufgrund der zu erwartenden Ressentiments, dann ist das bitter und lässt einen erkennen, dass die FDP liberaler ist als der Profisport… Aber zurück zu TACKLEBERRY: Brett!
Bocky will jetzt endlich wissen, was zur Hölle das Wort "Pistkit" aus dem Song "Me And The Pistkit" bedeuten soll und konfrontiert Hannes mit dieser Frage. Hannes: "Ein Pistkit? Das bist du, Bocky!" (Anm: Pistkit = pissed kid...)
Das Streckermobil fährt zurück in den Norden und nimmt Tackle-Peder mit, während ich mit den Tackleberrys schlafe. Also, im selben Raum jetzt. Ihr wollt aber immer alles zweideutig verstehen, tz tz. Dabei haben wir ganz unschuldig literaturwissenschaftliche Themen beackert und noch ein bisschen Sternbräu getrunken!











